Mittwoch, 9. Juli 2014

Warum warnen Schäuble und Zwegat vor dem Immobilienkauf bei niedrigen Zinsen?

In allen Zeitungen ist in den letzten Wochen zu lesen, dass Finanzminister Schäuble vor dem Kauf von Immobilien abrät - da die Zinsen aktuell extrem niedrig sind und die Immobilienpreise sehr hoch.

In der Begründung heisst es, dass sich einige Käufer damit leicht verschulden könnten, wenn die Zinsen nach Ende der Zinsbindungsfrist wesentlich höher sind  oder die Immobilie unerwartet wieder verkauft werden muss.

Auch Herr Zwegat rät auf RTL in einer Spezialsendung zum Thema Immobilien, den meisten Familien (teilweise zu recht) - vom Immobilienkauf ab.

Ist das alles Panikmache oder begründet?


Zunächst zu unserem Finanzminister Herrn Schäuble:


Deutschland ist stark verschuldet . Wäre Deutschland eine Privatperson müsste Deutschland Insolvenz anmelden - uns keine Bank würde Deutschland Geld anvertrauen. Die Schulden sind einfach zu hoch im Vergleich zu den Einnahmen...und die Schulden wachsen - und es kracht gewaltig wenn die Zinsen steigen, denn dann steigen die Staatsschulden wieder im Galopp.

Aber warum ist Deutschland dennoch Kreditwürdig? Alleine deswegen, weil alle Deutschen zusammen ein Vermögen in 5,15 Billionen Euro haben. Wenn er will, kann der Staat jederzeit an dieses Geld mit neuen Gesetzten direkt oder indirekt ran. Und früher oder später MUSS der Staat an dieses Geld - anders geht es nicht. D.h. entweder auf die direkte, ehrliche Art mit einer Vermögenssteuer - oder indirekt mit Niedrigzinsen, aber einer hohen Realinflation. und steigenden Steuern / Gebühren / Versicherungen / Spritpreise etc..

Was aber wenn in Deutschland mehr Menschen Immobilien kaufen? Dann nehmen die Sparguthaben ab - und die Kreditwürdigkeit Deutschlands sinkt.

Wer Schulden hat wird langfristig belohnt - wer spart, wird bestraft

Hätten alle Schulden, kann sich der Staat selbst keine Schulden mehr leisten und das System würde kollabieren. Daher ist es wichtig, dass die Regierung rechtzeitig dafür sorgt, dass nicht zuviele Menschen Immobilien finanzieren. Es wäre zwar gut für die Menschen (Stichwort Altersvorsorge) - aber schlecht für den Staat.

In Deutschland ist die Mieter Quote im europäischen Durchschnitt immer noch am höchsten - und die Immobilieneigentümer am niedrigsten. Zeitgleich ist die Altersarmut auch am grössten (da die Rente oft gerade mal für die Miete reicht).

Und wie sieht es mit Herrn Zwegat aus?

Herr Zwegat ist generell ein Mensch, der Risiko scheut - und rät daher den meisten vom Immobilienkauf ab.

Auch ist zu berücksichtigen: das Thema "kaufen um zu vermieten" hatte in dieser Sendung keine Rolle gespielt. Anstatt sich selbst ein überteuertst Haus in einer stagnierenen Gegend Deutschland zu kaufen, wäre als alternative eventuell auch der Kauf einer kleinen Wohnung zur Kapitalanlage eine Alternative gewesen.

Warum wird das Thema so gerne in den Medien aufgegriffen?

Die meisten Verlagen und Fernsehredaktionen sitzen in München, Hamburg, Berlin und Köln - in Städten mit hohen Mieten und Immobilienpreisen. Redakteure werden meistens sehr schlecht bezahlt und ärgern sich selbst am meisten über die hohen Immobilienpreise und Mieten. Gibt es also die Gelegenheit das Thema aufzugreifen, wird es auch gerne gemacht.

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