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Samstag, 24. März 2012

Risiko "Rodenstock Garten" - Finger weg?

Auf dem zukünftigen ehemaligen Rodenstock Gelände (noch wird dort gearbeitet...) im beliebten Münchner Dreimühlenviertel - sollen bald ca. 200 Wohnungen im ober(st?)en Preissegment entstehen.

Auch wenn es optisch nicht jedermann's Geschmack ist - stellt sich die Frage: Ist der Rodenstock Garten eine seltene Gelegenheit um an eine einigermaßen anständige Immobilien in guter Lage zu kommen - oder ist das ganze ein stark risiko-behaftetes Projekt ? 

Die Vorteile:

- kompletter Neubau - auf absehbare Zeit keine Renovierungs/Instandhaltungskosten. Das meiste - wird wohl auf Garantie gehen, wenn es Probleme gibt

- im Gegensatz zu Bestandsimmobilien, gibt es nicht die Situation, dass man mit 50 potentiellen Käuferin in einem Raum steht - sondern man hat einen Einzeltermin mit einem Verkäufer und kann es sich "in Ruhe" überlegen - vor allem da die meisten Wohnungen schon seit letztem Jahr zum Verkauf stehen

- keine Provision beim Kaufpreis

- Nur 15% Anzahlung, der Rest nach Baufortschritt

- die Versicherunskammer Bayern  und die Stadtsparkasse München haben dort auch im großen Stil investiert (siehe Nachteile!)

Die Nachteile:

- man kauft die Katze im Sack. Es gibt keine verbindlichen, optischen Visualisierungen. Alle Abbildungen in den Verkaufsprospekten haben keinen "einklagbaren" Charakter. Ob es am Ende wirklich 100% so aussieht, ist nicht sicher. Man kann sich daher wahrscheinlich nur auf die Grundrisse beziehen.

-  noch steht an dieser Stelle ein Bürogebäude - man muss sich drauf verlassen, dass alles bei dem Bau klappt - und man am Ende tatsächlich die gewünschte Wohnung zum gewünschten / versprochenen Preis  beziehen kann

- es muss zwar keine Provision gezahlt werden, aber dafür MUSS man einen TG Stellplatz dazukaufen. Nein, keine Duplexgaragen, meist Vierfach Parker. Normalerweise sind nur Einzel TG Stellplätze rentabel, da alles andere immer teurere Reparaturen  / Wartungen und Stromkosten auf sich zieht - so dass bei Vermietung nicht mehr viel von den Mieteinnahmen übrig bleibt.

- im Vergleich zu einer Bestandswohnung gibt es keinerlei Rücklagen bei einem Neubau. Die neue Eigentümergemeinschaft muss in den folgenden Jahren erstmal über höheres Wohngeld eine entsprechende Rücklage aufbauen.

- obwohl es sich um einigermaßen energieffiziente Wohnungen handelt (nach einem 3 Jahre alten Standard?), wenn auch keine Passiv-Häuser - werden die Nebenkosten nicht niedriger sein als bei irgendwelchen Altbau Wohnungen.

Der Grund: die relativ großen Grünanlagen müssen gepflegt werden, die Fassaden zur stark befahrenen Auenstrasse öfters gereinigt werden (wahrscheinlich eine externe Reinigungsfirma mit entsprechenden Kosten) - und im Allgemeinen wird bei großen Eigentümergemeinschaften ein effizientes wirtschaften kaum möglich sein.

- Frühestens Mitte 2015 wird das ganze fertig. Es ist schwer eine Bank zu finden, die das mitmacht - und wenn nicht ohne Bereitstellungszinsen über 3 Jahre. Dies macht einige (Zig-)Tausend Euro an Zinsen aus (je nach Kaufpreis) - und muss bei Vergleich mit anderen Immobilien zum Kaufpreis dazugerechnet werden. Auch hat man bis 2015 keine Mieteinnahmen. Steuerlich wird es auch schwer, eine Gewinnerzielungsabsicht in 3 Jahren zu belegen, um bis dahin die Verluste steuerlich abzuschreiben.

- zahlreiche rechtliche Streitereien mit den Nachbarn - da Bäume gefällt werden, die Baugrenzen/höhe angeblich nicht eingehalten wird, etc...

- der Westermühlbach soll offengelegt werden. Dies birgt immer auch ein erhöhten Risiko - die Tiefgarage könnte unter Wasser stehen (während oder nach dem Bau) - oder es könnte generell Probleme während dem Bau mit dem Grundwasser geben

- die Baywobau zahlt nur etwa 500 Euro Entschädigung für jeden Monat Bauverzögerung - die Kosten für den Käufer sind aber meist wesentlich höher!

- man kennt seine Nachbarn nicht (will man es selbst nutzen) - dies erfährt man frühestens und nur teilweise auf einem Notartermin - wenn es schon zu spät wäre

- wird der Rodenstockbau doch nicht durchgeführt (z.B. Bankenpleite, Insolvent der Baywobau...) steht man mit einer Hypothek ohne Wohnung da

- soweit ich gehört habe, steht die Bayerische Landesbank im Grundbuch an erster Stelle - läuft es schlecht, könnte man mit einer Erbpacht Wohnung am Ende dastehen?

- sitzt man auf dem Balkon zum Innenhof - sieht man direkt alle seine Nachbarn - und wird all seinen  Nachbarn beobachtet - Privatsphäre wie in einer kleineren Wohnanlage, gibt es hier sozusagen nicht wirklich - man fühlt sich sicherlich wie auf einem Präsentierteller

- als Kapitalanlage nicht wirklich interessant - auf lange Sicht. Die Rendite ist schlechter als bei einem Tagesgeldkonto, das Risiko ist aber weitaus höher und man halst sich mit einer Immobilie immer auch Arbeit und Verantwortung auf. Interessant hierzu auch folgender Blogpost mit einem Hinweis zu einem Artikel in der SZ: http://www.immobilienblogger.de/2012/03/boom-oder-blase-kritische-worte-zum.html

- die Versicherunskammer Bayern  und die Stadtsparkasse München haben also dort im großen Stil investiert- ein Zeichen für Sicherheit? Die Gegenfrage(n): Sind Sie eine Bank? Können Sie sich Geld für 0,5% leihen? Haben Sie ein paar Hundertmillionen oder gar Milliarden, die Sie vor dem Totalverlust schützen müssen? Nein? So geht es den meisten ;-) Leiht man sich selbst das Geld zu 3% oder mehr, ist die Mietrendite niedriger als die Einnahmen und man zahlt jeden Monat drauf. Mit einer extremen Wertsteigerung ist in nächster Zeit in München auch nicht mehr zu rechnen -  im Gegenteil: kommt endlich mal die lange herbeigerufene Wirtschaftskrise in der Realität an, verschwinden Arbeitsplätze etc... und es gibt es auch wieder eine Korrektur bei den extrem hohen Immobilienpreise, die sich bei dem Rodenstock Garten neben Banken und Versicherungen nur extrem wohlhabende Menschen leisten können, oder Gutverdiener, die nicht mit Geld umgehen können und von der Bank als Geldquelle betrachtet werden..

- da das Rodenstock Gelände für einen sehr hohen Preis gekauft wurde (ca. 65 Millionen Euro ?) - geht die Rechnung nur auf, wenn enstprechend viele Luxuswohnungen im Bereich von 750,000-1 Mio verkauft werden. Die meisten davon wollte offenbar bisher noch keiner haben - und man findet sie schon seit geraumer Zeit bei Immoscout. Was passiert also, wenn sich nicht genügend Käufer finden und einige überteuerte Wohnungen dann die gewünschte Summer einbringen? Stopp des Projekts, Abspeckung oder gar eine Insolvenz der Baywobau? Und warum ist man der Meinung man könnte 2012 - nachdem jeder Wohlhabende sein Geld bereits seit 3 Jahren mehr oder weniger sicher angelegt hat, immer noch mehrere  Wohnungen im Bereich von 1 Millionen verkaufen - bei einem Quadratmeterpreis ohne Steigerungsmöglichkeit nach oben aber mit großem Korrekturpotential nach unten?

- der Rodenstock Garten ist kein Luxus (Nähe zu den Zuggleisen, direkt an der stark befahrenen Auenstrasse, niedrige Decken, "nur" KfW 70, nicht mal ein Nullenergie oder Plusenergiegebäude, mehr oder weniger Standard-Baywobau Innenausstattung)  - nur der Preis ist Luxus. 2012 wäre es begrüssenswert jedes Gebäude zumindest als Passivhaus zu bauen, aber nicht als KfW70 Haus, bei dem man ständig die Fussbodenheizung laufen lassen muss, damit es nicht zu sehr abkühlt und trotzdem jeden Monat fast genau so viele Nebenkosten hat wie bei einem Altbau von vor 150 Jahren. Für mich wäre ein Verkaufsargument, fast keine Nebenkosten zu haben (z.B. Sonnenkollektoren, Solaranlage, zusätzliche Stromerzeugung über die Heizung, wärmeisolierte Ziegel auf Steinbasis ohne Kunststoffe oder Chemie, eigenes TV Netz und Glasfasernetz für gemeinsames Internet). Auch wäre es mal zur Abwechslung gut gewesen, die Gewerberäume in der Eigentümergemeinschaft zu lassen, und die Mieteinnahmen in die gemeinsame Kassen fliessen zu lassen um 0 Euro  Nebenkosten zu haben!

- durch das Gelände fließt der Westermühlbach - allerdings in einem begradigten Betonbett - zur einen Seite die Wand der Tiefgarage mit Lüftungsschlitzen. Das wird 100% nach Fertigstellung nicht toll aussehen und eher "versifft" aussehen als schön - insbesondere wenn sich die Betonwand dann mit Algen und Schmutz ablagern. Besser wäre es gewesen eine natürliche Begradigung einzuplanen.

- der grösste Minuspunkt ist die Architektur - vor allem im Innenhof: Das Innenhof Konzept passt zwar zum Viertel - früher waren Innenhöfer aber verschachtelt mit weiteren Gebäuden. Hier ist im Innenhof nur eine große Fläche - und jeder auf dem Balkon sieht jeden Nachbarn. Wie bei einem billigen Betonbunker. Luxus ist es seine Ruhe und etwas Diskretion zu haben - und nicht "Massentierhaltung"



Dienstag, 29. November 2011

Luxuswohnungen überschwemmen den Münchner Immobilienmarkt

Derzeit buhlen zahlreiche Bauunternehmen um zahlungskräftige Kundschaft für Luxuswohnungen im Bereich von 1 Mio Euro. Nachdem die Baywobau ihre Restbestände im Rodenstock Garten im Dreimühlenviertel auf den Markt geworfen hat, scheint es so, als ob die Konkurrenz nun auch nochmal Gas gibt die Luxus Ladenhüter noch schnell zu verkaufen, bevor der Markt gesättigt ist - teilweise auch mit Preisabschlägen.

Neben dem Rodenstock Garten ohne U-Bahn Anbindung, aber relativ zentral am Rande der Altstadt, werden derzeit u.a. noch folgende Projekte stark beworben:

  • NY Living in der Maxvorstadt (Terrafinanz)
  • Nymphenburger Höfe
  • Hoftstatt (zentralste aber eines der teuersten Luxusprojekte)
  • Yoo Haus
  • Isar Stadt Palais
Gibt es wirklich soviele Multimillionäre in München? Oder kommen wirklich die ganzen ausländischen Investoren nach München, da sie erkannt haben, dass Berlin nicht das London von Deutschland ist?

Laut einem Artikel in der Süddeutschen:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/reiche-in-starnberg-seid-umschlungen-millionen-1.1114112

Gibt es in Bayern ca. 3,500 Menschen mit mehr als 1 Mio Euro Einkommen im Jahr! Über 1,000 davon alleine in München, viele der restlichen Einkommensmillionäre besitzt sicherlich mindestens eine Stadtwohnung in München. Für einen Einkommensmillionär ist so eine Wohnung vermutlich ein Schnäppchen - im Vergleich zu einer kleinen 20 Mio Wohnung in London, Paris oder New York. 

Die restlichen Rodenstock Garten Wohnungen sind seit heute bei Immobilienscout

Seit heute sind die restlichen Wohnungen im Rodenstock Garten der Baywobau nun bei Immobilienscout drin.

Hauptsächlich 4-5 Zimmer Wohnungen zwischen 750,000 Euro und 1 Millionen Euro. Wer also seine Villa mit Garten für eine Stadt Wohnung verkaufen möchte, kann dies nun tun....zumindest wenn er bis 2015 eine andere Bleibe findet - denn erst dann sind diese Wohnung voraussichtlich fertig. Noch steht an der Stelle das Rodenstock Gelände und es wird drin noch fleissig gearbeitet - auch wenn teilweise schon in die Hansastrasse gezogen wird.

Im Juni 2012 soll das Rodenstock Gelände abgerissen werden, dann geht es mit dem Bau los. Schätzungsweise 3 Jahre lang wird es dann dauern, bis die 200 (bereits vor Baubeginn zum Großteil verkauften) Wohnungen bezugsfertig sind (wenn nichts dazwischen kommt, wie z.B. eine Wirtschaftskrise und der Insolvenz von Banken, Baufirmen, unerwartete Ereignisse wie Grundwasserprobleme wegen der nahegelegenen Isar, Beschädigung der denkmalgeschützten Gebäude in der Isartalstrasse während dem Abriß etc...).

Dennoch ist es möglich, jetzt schon einen Kaufvertrag zu unterschreiben und Geld zu zahlen. Der Kaufpreis muss allerdings nicht sofort auf einmal bezahlt werden (wäre illegal), sondern in Raten: 15% Anzahlung Ende des Jahres, dann nochmal 15% nächstes Jahr und dann häppchenweise parallel zum Baufortschritt. Rein rechtlich darf nur Geld für den Grundstücksanteil verlangt werden. Dieser dürfte mit 30% Anteil dann bei etwa 6,000 Euro (!) pro Quadratmeter am Grundstück liegen...also in etwa der Preis der für den Quadratmeter der Wohnung bezahlt wird  - auch wenn sich dann der Quadratmeter von 6 Stockwerken geteilt wird. Komisch, ist aber so.

Für Renditerechner wird es etwas kompliziert zu berechnen, da das Geld verstreut über mehrere Jahre ausgegeben wird - und man kann es wahrscheinlich nicht so leicht steuerlich absetzen, da man etwas das nicht exsistiert auch nicht vermieten kann. Sicher ist: Mieteinnahmen gibt es frühestens 2015. Mit welchen Mieteinnahmen man 2015 rechnen kann, ist ungewiss. Kommt es zu einer Wirtschaftskrise und höherer Arbeitslosigkeit in München, werden die Mieten auch wieder fallen. Brummt die Wirtschafts ohne Unterbrechnung weiter, könnte das Niveau gehalten werden.

Was aber auch sicher ist: Die Zinsen werden steigen - insbesondere sehr dramatisch falls die Eurobonds noch kommen sollte - Deutschland wird das niedrige Zinsniveau nicht halten können, wenn für den gesamten Euroraum die Schulden mitfinanziert werden und dadurch auch im zweiten Schritt Deutschlands eigene Schulden immens steigen werden. Je höher die Zinsen, desto geringer der Anreiz am Immobilienkauf und desto attraktiver Tagesgeld oder das Sparkonto bzw. alternative Kapitalanlagen.

Was könnte man sonst so in München  für 750,000 Euro - 1 Millionen kaufen?
10 Studentenappartments, eine Altbau Wohnung in einer kleinen Wohneinheit mit mehr Privatsphäre, ein Haus in Laim oder Pasing, eine Villa in Gräfelfing oder Lochhausen, Obermenzing, Dachau, Fürstenfeldbruck, Unterschleissheim, 50-100 Tiefgaragenstellplätze, mehrere Hektar Ackerland, einen Wald etc...

Also wer ein paar Millionen auf dem Tagesgeldkonto herumliegen hat und sowieso keinen Zinsen bekommt, könnte das machen. Wer bei einer solchen Wohnung einen Großteil finanzieren will/muss geht ein großes finanzielles Risiko ein - egal was einem die Bänker und Makler erzählen.

Wieviele Rodenstock Garten Kunden sind eigentlich selbst Makler? Ich schätze mal 0%...

750,000 - 1 Mio Euro bedeutet eine "Miete" von 4000-5,000 Euro die man alternativ mit diesen Geldbeträgen erzielen könnte, wäre das Geld nicht in Betongold "gefangen". Zahlt man bisher nur bis zu 2,500 Euro Miete, sollte man es sich nochmal in Ruhe überlegen. Man könnte natürlich auch wesentlich günstiger was nettes am Viktualienmarkt anmieten möchte und mit dem gesparten Geld regelmässig beim Dallmayr oder Schubeck essen gehen oder sich ein zweimotoriges Flugzeug anschaffen.

Weitere Artikel zum Thema Rodenstock Garten:

http://www.immobilienblogger.de/2011/10/baywobau-bessert-beim-rodenstock-garten.html
http://www.immobilienblogger.de/2011/11/neues-zum-munchner-rodenstock-garten.html
http://www.immobilienblogger.de/2011/10/der-vorverkauf-der-wohnungen-im.html

Samstag, 12. November 2011

Neues zum Münchner Rodenstock Garten / Dreimühlenviertel

Die Wohnungen im Münchner Rodenstock Garten sind inzwischen fast verkauft. Wenn auch viele kurz vor dem Notartermin einen Rückzieher machen, wenn Sie merken, dass die Wohnungen erst 2015 fertig sind und man bis dahin schon mal Geld (erst 30% dann häppchenweise) bezahlen muss, D.h. bis 2015 muss man jeden Monat schon mal Hypothekzinsen zahlen, hat aber keine Mieteinnahmen und man kann es selbst nicht nutzen Selbst ohne Finanzierung entgeht einem in der Zeit ein ordentlicher Zinsausfall - was den ohnehin heftigen Kaufpreis zusätzlich erhöht. Ob dieser Hypothekenzinsvorsprung/Zinsausfall der Jahre bis 2015 durch die vermeintliche Wertsteigerung ausgeglichen wird, darf bezweifelt werden.

Einige Gebäude wurden übrigens direkt komplett verkauft, was den Verkauf beschleunigt hat. Welche Kaufpreis bei diesem Direktverkauf erzielt wurde ist unbekannt  - auch zu welchen Konditionen.

Was ist noch übrig?

Im interessantesten und ruhigen Bereich Richtung Isartalstrasse, gibt es leider  nichts mehr - ausser oberhalb der Tiefgarage und dem Eckgebäude. Generell spricht man bei den übrigen Wohnungen um Summen deutlich  über 700,000 Euro + Garagenplätze + Kaufnebenkosten +  Zinsausfall + Hypothekzinsen bis bezugsfertig + Restrisiko. Selbst Steuertricks sind problematisch. Bei direkter Vermietung 2015 könnte es Probleme mit der Gewährleistung geben, wenn die Mieter Probleme nicht melden oder bemerken. Alleine wegen de Gewährleistung würde es sich aber lohnen erstmal selbst einzuziehen.

Wie zu erwarten war, gibt es noch in Isar-Richtung einige Wohnungen im Angebot der Baywobau - an der verkehrsreichen Straße möchte nicht jeder wohnen - vor allem nicht im Erdgeschoss oder den unteren Stockwerken.

Interessant sind die Quadratmeterpreise. Im Erdgeschoss der verkehrsreichen Auen Strasse (wer will da wohnen?) kostet der Quadratmeter ab ca. 5,000 Euro, im 3. Stock bereits 6,000 Euro und klettert dann weiter oberhalb der 8,000 Euro. D.h. die 5 Zimmer Wohnung im Dachgeschoss konkurriert dann im Bereich von 1 Mio mit der ein oder anderen Villa in Grünwald oder einem gehobenen Einfamilienhaus.

Möchte man also eine Mietrendite von 5% (vor wenigen Jahren waren es noch 6,5%), müsste man 22-35 Euro pro Quadratmeter an Miete verlangen. Dies wäre sozusagen 200% der maximalen Miete laut Mietspiegel. Auch wird in München spekuliert, die maximale Mietsteigerung von 20% in 3 Jahren auf 10% abzusenken.

Problematisch ist auch die Finanzierungsphase bis 2015: denn es müssen Zinsen bezahlt werden, auch wenn man die Immobilie 3,5-4 Jahre nicht vermieten oder nutzen kann. Selbst bei ausreichend Eigenkapital und ohne die Notwendigkeit einer Finanzierung über einen Hypothek, hat man in dieser Zeit einen Zinsausfall, da das eigene Kapital mehrere Jahre lang eingefroren ist und keine Rendite abwirft. D.h. der tatsächliche Kaufpreis der Immobilie ist wesentlich höher, wenn dies alles berücksichtigt wird. Der (hohe) Quadratmeterpreis ist dann ebenfalls wesentlich höher - und damit ist auch eine mögliche Wertsteigerung nicht mehr mit Sicherheit gegeben: der Zinsausfall zwischen 2011 und 2015 frisst quasi die zukünftige (mögliche) Wertsteigerung bereits wieder auf.

Zur Altersvorsorge auf 35 Jahre finanziert lohnt es sich sicherlich nicht - denn bis dahin wird sich der Immobilienmarkt wieder drastisch entspannt haben. Kandidaten für solche Immobilien wären sicherlich Investoren, die eine Alternative zu Gold suchen. Wie auch Gold, kann sich der Marktpreis der Immobilien aber auch in Zukunft wieder nach unten korrigieren.

Es reicht bereits, wenn die Kreditwürdigkeit von Deutschland herabgestuft wird (z.B. aufgrund der erneuten Neuverschuldung über 40 Milliarden in diesem Jahr), und schon fallen die Immobilienpreise wieder,

Das historische Zinstief in Deutschland hat auch zu einem historischen Höchststand bei den Immobilienpreisen in Deutschland geführt. Steigen also die Zinsen, fallen auch die Immobilienpreise. Immobilien können als sogenannten "Bonds" betrachtet werden.

Für Immobilienkäufer besteht auch das Risiko von zukünftig höherer Besteuerung, da die Bundesregierung früher oder später neue Einnahmequellen erschaffen muss, um die steigenden Schulden bewältigen zu können.

Im Gegensatz zu Ländern wie Großbritannien, hat Deutschland einen Bevölkerungsrückgang - insbesondere wenn die geburtenstarken Jahrgänge (die heute 40-45 jährigen) einmal nicht mehr leben, verliert Deutschland 50% der Einwohner - selbst wenn sich heute ein Babyboom ergeben würde (was definitiv nicht der Fall ist).


Dies ist natürlich auch für die Wirtschaft und wiederum für die Staatsschulden schlecht: denn ohne Menschen kein Wirtschaftswachstum und ohne Wirtschaftswachstum dreht sich die Schuldenspirale noch schneller in Richtung Totalreset.

München lebt derzeit (noch) von der guten wirtschaftlichen Ausgangslage und den vielen Arbeitsplätzen, die für Einwohner Nachschub in Form von gut ausgebildeten Hochschulabsolventen und Young-Professionals, sorgt. Normalerweise wäre die Bevölkerung in München ebenfalls rückläufig, da hier nicht ausreichend für Nachwuchs gesorgt wird. Allerdings ist dadurch auch ein großer Teil der Bevölkerung nur leicht in München verwurzelt und wäre im Zweifelsfall wieder schnell weggezogen, wenn es mit den Jobs nicht mehr so rosig aussieht.

Freitag, 7. Oktober 2011

Der Vorverkauf der Wohnungen im Rodenstock Garten / Dreimühlenviertel hat begonnen

Der Vorverkauf der Wohnungen im Rodenstock Garten / Dreimühlenviertel hat mittlerweile begonnen.
Noch steht das Rodenstock Gebäude (die Rodenstock Gebäude), aber bereits Ende des Jahres soll das ganze Areal plattgemacht werden.

Die Durchschnittspreise der Neubauwohnungen liegen laut der Baywobau bei ca. 6,500 Euro. Ich schätze mal so um die 10,000 Euro für die Dachterassen Appartments und knapp 5,500 Euro für die Wohnungen an der lauten Auenstrasse oder mit schlechter Aussicht. Konkrete Preise gibt es meines Wissens noch nicht.



Klar ist jedoch: Es handelt sich um Wohnungen für Liebhaber. Ob sich alle 100 (200?) Wohnungen mit einer guten Mietrendite (4,5%) vermieten lassen ist die Frage. Bei ca. 15 Euro pro Quadratmeter wäre es ja quasi ganz grob gerechnet eine Mietrendite unter 2,3%. Bei den teuersten Wohnungen etwa 1%, und damit weit unterhalb der Inflation? Möglicherweise wird das Wohngeld trotz neuer Standards hoch sein, da der Garten in der Mitte des Geländes viel Pflegeaufwand erfordern wird.

Komischerweise habe ich noch keine Neubauwohnungen in München gesehen, die mit niedrigem Wohngeld werben. Möglich wäre es ja - ein Passiv-Wohnhaus mit minimalen Nebenkosten. Aber wahrscheinlich zahlt man bei den neuen Wohnungen soviel Wohngeld wie bei Altbau Wohnungen - die Differenz kriegt dann die Hausverwaltung oder versandet irgendwo bei Handwerksbetrieben die sich über Daueraufträge freuen?

Es gibt schlechtere Neubauwohnungen in München - vor allem wesentlich schlechtere Lagen. Die Lage ist eigentlich super. Was mir persönlich nicht gefallen würde: Schaut man vom Balkon blickt man direkt auf 100 Nachbarn - d.h. eine gewisse Privatsphäre kann man sich hier nicht kaufen. Für 6,500 Euro (oder mehr) lohnt es sich auch schon ausserhalb ein eigenes Haus zu bauen oder eine Wohnung in einer kleinen Wohneinheit, in der man die Nachbarn kennt.

Schade ist es eigentlich auch, dass der Platz in der Mitte des Geländes keine Gewerbeflächen vorsieht - z.B. für ein Café, Bäckerei oder einen kleinen Laden. So wird es wohl wenig "Leben" im Inneren des Wohnparks geben. Ein steriler Bau à la Arnulfpark?

UPDATE: Es SIND ein paar Gewerbeeinheiten vorgesehen sowie eine KITA. Durch die optischen Anpassungen nun auch nicht mehr so steril wie der Arnulfpark!.