Freitag, 23. Dezember 2011

Immobilienkauf in München - München ist anders

Vergleicht man den Münchner Immobilienmarkt mit Hamburg, Frankfurt oder Berlin - stellt man schnell fest: München ist anders.

München ist nicht nur am teuersten, sondern es gibt auch das geringste Angebot. Auf den üblichen Immobilienportalen (z.B. Immobilienscout) stell man nach einer Weile schnell fest, dass die Angebote von Immobilien in 2 Kategorien eingeteilt werden können: Überteuerte Ladenhüter, die ewig im Angebot sind - und einigermaßen interessante Immobilienangebote, die nur sehr kurz zu sehen sind - und teilweise schon nach weniger als 1 Tag wieder offline genommen werden. Ab und zu findet man auch Angebote von Privatpersonen, die ihre Immobilie zu einem angemessenen Preis verkaufen wollen - aber schon nach kurzer Zeit merken, dass der Ansturm so gewaltig ist, dass sie entweder aufgeben und das Feld dem Heer von Maklern überlassen oder bei dem Spiel mitmachen und den Kaufpreis über Gebotsverfahren in die Höhe steigen lassen.

In München ist es also sehr schwer etwas angemessenes zu finden - und selbst Immobilienportale nutzen meist sehr wenig. Die guten Angebote kommen nur extrem selten ins Internet - und man kann lange warten so ein Angebot bei Immobilienscout zu finden. In München kommt man nur über Kontakte, Freunde, Bekannte oder mit sehr viel Glück an eine gute Immobilie zu einem vernünftigen Preis. Eine andere Möglichkeit ist, selbst ein Verkaufsangebot zu bekommen, wenn man Mieter ist. Verkauft der Vermieter seine Wohnung hat der Mieter ein Vorkaufsrecht.  Über Immobilienscout zu einem angemessenen Preis an eine sehr gute Wohnung in sehr guter Lage zu kommen ist vergleichbar mit Lotto spielen. Ein anderer Grund warum das Angebot im Internet an Münchner Immobilien zu gering ist, ist der dass viele sich vor einiger Zeit schon mit einem Hypothek die nächsten Jahre gebunden haben und einfach nicht verkaufen könnten, ohne viele Steuerabschreibungen zurück ans Finanzamt zu zahlen oder extrem hohe Vorfälligkeitsentschädigungen an die Bank zu zahlen. Auch sollte man nicht unterschätzen, dass die Mehrheit der Immobilienbesitzer in München, die ihre Wohnung selbst nutzen, sehr zufrieden ist- und nie darüber nachdenken würden, die Wohnung zu verkaufen. Die meisten München bleiben nicht nur München ein Leben lang treu, sondern auch ihrem Stadtviertel.

Die richtig luxuriösen und guten Wohnungen in München wechseln übrigens meist innerhalb eines Netzwerks von Superreichen den Besitzer - die selbst eine Art von "Maklern" angestellt haben und ständig im Austausch sind. Oft werden hier auch keine einzelnen Wohnungen gekauft - sondern ganze Wohngebäude. Noch ist der Großteil der Wohnhäuser in extrem guter Lage (Viktualienmarkt) in Hand weniger alt-eingesessener Familien, die über Erbschaft den Besitzer wechseln. 80% der Immobilien um den Marienplatz und Viktualienmarkt gehören wenigen Familien/Clans die man an einer Hand abzählen kann. Einige Besitzer halten sich auch meist sehr selten in München auf - sie wohnen in LA, Kalifornien oder hoppen von einem Wohnsitz zum anderen (New York, Paris, London).

Im Querblog des Bayerischen Rundfunks ist übrigens derzeit (noch) ein interessanter Beitrag zum Münchner Immobilienmarkt verlinkt:

http://blog.br-online.de/quer/verkaufte-heimat-2-wohnen-in-muenchen-bald-unerschwinglich-27042011.html

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