Freitag, 16. Dezember 2011

Keine Geschäftszahlen bei JK Wohnbau

Hoher Verlust im Jahr 2010 

Nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS ermittelte Konzernjahresergebnis wird von JK Wohnbau voraussichtlich einen hohen Verlust von 75,4 Millionen Euro aufweisen.


Es kommt sicher nicht alle Tage vor, dass ein börsengelistetes Unternehmen seine Aktionäre so im Regen stehen lässt. Denn auch ein Jahr nach dem Börsengang gibt es immer noch keine Geschäfts- und Quartalsberichte.

Mit einer Meldung zu den Geschäftsjahren 2010 und 2011 ist das Münchener Immobilienunternehmen JK Wohnbau in dieser Woche an den Markt gegangen. Immerhin etwas, denn einen offiziellen Jahresabschluss für 2010 oder Quartalsberichte für das laufende Jahr gibt es immer noch nicht.

Der Grund für diese äußerst ungewöhnliche Tatsache: Es gibt Streit mit den Wirtschaftsprüfern. Denen will JK Wohnbau jetzt überhaupt keine Informationen mehr zur Verfügung stellen. Daraufhin verweigerten die Bilanzprüfer dem Unternehmen das Testat für 2010.

So geht der Rosenkrieg weiter und die Aktionäre stehen daneben. JK Wohnbau hat jetzt einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft den Auftrag erteilt, im Rahmen einer freiwilligen Prüfung zumindest einen Quartalsabschluss zum 30. September 2011 zu erstellen. Dieser Zwischenabschluss soll dann Ende Januar 2012 vorlegen.

Genauere Angaben werden noch nicht gemacht, aber am Ende steht der hohe Verlust von über 75 Millionen Euro im Raum - quasi dem Buchwert zum Zeitpunkt des Börsenganges. Die Entwicklung der JK Wohnbau in den vergangenen zwölf Monaten sie eine "herbe Enttäuschung".

Die bisher letzte Facette um JK Wohnbau: Namensgeber Josef Kastenberger wird das von ihm gegründete und aufgebaute Unternehmen zum Jahresende verlassen. Einen konkreten Nachfolger gibt es noch nicht.

Die Aktie fiel heute unter Ausgabepreis und notiertee mit 6,09 Euro deutlich unter ihrem Ausgabepreis auf dem tiefsten Stand seit Börseneinführung. Erst im Juli war das Papier allerdings nachhaltig unter die Acht-Euro-Emissionsmarke gerutscht und ist seitdem im Abwärtstrend. Zuvor lag der Titel meist leicht darüber, Höchstkurs war im März bei 8,92 Euro.

Welche Auswirkungen dies auf das Immobilienprojekt Hirschpark Terassen in München hat, ist ungewiss.


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